Der Ritter, den ich nicht wollte


Der Ritter, den ich nicht wollte

Er kam.

Ohne weissen Schimmel.

Ohne Rüstung und Schwert.

Aber zur rechten Zeit.

Er hat mein Leben gerettet.

Ich habe mich gewehrt.

Mich gesträubt.

Ich wollte es nicht zulassen.

Nicht akzeptieren.

Auf keinen Fall kapitulieren.

Und schon gar nicht vor mir selbst zugeben, dass ich Hilfe brauchte.

Doch da war diese leise Stimme in mir.

Oder vielmehr ein Wissen.

Ein Gewissheit.

Das ist jetzt, was ansteht.

Was sein will und wird.

Ich musste mich tief vor dem Leben verbeugen.

Vor diesem unergründlichen Mysterium.

Das immer genau zuhört und weiss.

Das Leben, das immer genau zuhört und weiss, wo wir stehen, was wir wirklich brauchen und in welcher Form.

Wie.

Durch wen oder was.

Wann.

Und jetzt brauchte ich Geld.

Denn ich hatte keins mehr.

Alles, was ich hatte, war die Idee, dass ich dafür viel arbeiten muss.

Hart.

Eisern.

Allein.

Mit meiner Gesundheit bezahlen.

Nur dann ist es was wert.

Nur dann habe ich es verdient.

Nur dann darf ich es empfangen.

Sonst habe ich versagt.

Bin ein Nichtsnutz.

Habe keine Existenzberechtigung.

Und ich werde unter der Brücke landen - mehr steht mir gar nicht zu.

Ja, so in diesem Tonfall brüllte ‘es’ in mir laut. Raubte mir de Schlaf und den Lebenssaft.

Und es tat weh.

Nicht in meinen Ohren.

In meinem Herzen.

Kennst du diese Stimme auch?

Und meine Seele, mein Herz, Gott und das Leben riefen resistent im Chor:

Hör endlich zu!

Nimm es endlich an!

Ich schicke dir alles, was du brauchst - nimm es doch an!

Empfange!

Und ich war gar nicht in der Lage, es nicht zu empfangen.

Welch ein Glück!

Ich MUSSTE empfangen.

Ich musste kapitulieren.

Kontrolle - die ich eigentlich eh nicht mehr hatte - aufgeben.

Ich schämte mich innerlich. Ich wollte mich vergraben und verstecken.

Doch ich wusste, es ist richtig, es anzunehmen.

Die Hilfe annehmen - so wie sie kam

‘Wie soll ich dir helfen, wenn nicht durch andere Menschen?’

Fragte mich mein göttliches Selbst.

Ich hatte Angst.

Ich fühlte mich extrem verletzlich.

Was will er dafür?

Was ist jetzt meine Rolle darin?

Ich wollte nicht gefangen sein in einer Abhängigkeit.

Nicht gefangen sein.

Nie mehr!

Keine Abhängigkeit - bitte nur das nicht noch mal!

Oh je - wenn das jetzt passiert - wie komme ich da wieder raus?

Ich fühlte mich unsicher.

Aber er war ein wahrer Ritter

Er wollte NICHTS!

Gar nichts.

Er war ein Gesandter und er tat, was er tun wollte und was sein Job war.

Mich zu retten.

Ich lernte, empfänglich zu sein.

Ich lernte eine neue Art des Urvertrauens.

Tun und machen ist einfacher.

Da gibt es noch die Illusion der Kontrolle.

Beim Empfänglich sein?

Sich öffnen?

Ja sagen?

Da ist keine Kontrolle möglich.

Da ist Vertrauen gefragt.

Und wenn das verletzt ist?

Dann - ja, dann wird es eine Herausforderung.

Dabei ist es so wichtig, beide Pole zu leben.

Die aktive und die passive, die empfängliche Seite.

Das ganze Leben ist auf das Prinzip aufgebaut.

Mein Leben balancierte sich zunehmend ins Gleichgewicht durch die Hilfe meines Ritters.